Fernöstliche und heimische Kunst und Kommunikationskultur – Gleich zwei interessante Künstler, die in Art und Stil gegensätzlicher kaum sein können, bereichern unseren Galeriesommer. Wir laden Sie ein, neben Stadtbummel und Deichspaziergang auch einen Galeriebesuch einzuplanen – der sich auch schon wegen unseres Postkartenparadieses lohnt!

Vernissage am 17. Juli 2016 um 11.00 Uhr:

Raimund Göbner –  Skulpturen

Raimund Göbner lässt aus schweren Lindenholzblöcken Figuren und Gegenstände entstehen.

Er stellt menschliche Momente dar:

Die Frau beim Entkorken einer Weinflasche, das Pärchen, das gemeinsam eine Karte studiert, zwei Joggerinnen oder die Dame im Ringelkleid, die es sehr eilig hat…

Diese alltäglichen Momente im Leben sind aber nicht als sozialkritische Milieustudien zu verstehen, sondern als Bejahung des Lebens – vielleicht mit einem Augenzwinkern präsentiert.

Raimund Göbners großer Verdienst ist, dass er uns durch seine Kunst einen positiv gestimmten Blick auf die Schwächen der Menschen, auf ihre (und unsere) Lasten des Alltags und ihre kleinen und großen Freuden am Rande gewährt.

Yi Zheng Lin – Tuschmalerei

Die Bäume von Yi Zheng Lin sind Bildsymbole, stehen für abstrakte Eigenschaften oder Zustände.

Teilweise sind sie mit Schriftzeichen kombiniert, immer mit seinem Künstlerstempel gesiegelt.

Der Stempel zeigt das Zeichen seines Namensteils Lin, was Baum bedeutet. Die Verdoppelung des Zeichens im Stempel meint Wald.

Bildsymbole sind ein Teil der indirekten Kommunikation in der chinesischen Kultur, die die westeuropäische Direktheit nicht kennt.

Baumsymbole stehen für Eigenschaften, die der Baum selbst hat:

Dauer, Blüte, Frucht, manche für besondere Eigenschaften, wie der Ahorn für die Amtswürde. Kiefer und Buchsbaum bedeuten langes Leben und die Magnolie schönes Mädchen. Die Weide bedeutet Frühling und sexuelles Verlangen.

Seine Bäume haben einen kräftigen Stamm, einige eine blühende rote Krone, was Freude, Sommer, Gemeinschaft und Herz meint.

Der Künstler geht, frei von diesen Ideenkonzepten, eigene Wege in seinem Gestaltungswillen. Seine raumlose, flächige Malerei spricht als farblich-formale Auseinandersetzung unmittelbar zu uns.

Seine Bäume sind Tao, der Weg zum Ziel.