Ausstellung Expressionisten
29. September bis 31. Januar 2020

Das Original an der Wand
Start der Ausstellung mit Expressionisten in Sankt Peter-Ording

Mit einem gelungenen Auftakt startete am Sonntag, den 6. Oktober, die Doppelausstellung in Sankt Peter-Ording. Anlass zum Thema Expressionismus bietet der Künstler Friedrich Karl Gotsch. Den damaligen Meisterschüler Oskar Kokoschkas zog es bereits in den 20er Jahren aus der Großstadt Berlin nach Sankt Peter-Ording. Während die Kunstsammlung in den hinteren Räumlichkeiten eine umfassende Ausstellung zu Gotsch präsentiert, wird man im Eingangsbereich der Galerie Tobien gleich von Werken der Brücke-Künstler empfangen.

Kräftig und klar zeigt sich hier die ganze Kraft der Formensprache in den Holzschnitten der damals jungen Künstler – von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) und allen zentralen Mitgliedern der Brücke.

Wandert man weiter durch die Galerie, so entdeckt man in großen wie kleinen Grafiken die Epoche des Expressionismus mit neuen Augen. Dabei sind die Originalgrafiken durchaus erschwinglich und in individuell angepassten Rahmungen erhältlich. Teils schlicht gefasst in Bauhausleisten, teils mit Weißgold abgesetzt, lässt sich nebenbei die ganze Kunst des Rahmens und Vergoldens bestaunen.

Viele Werke stammen aus Mappenwerken oder Büchern”, erklärt die Geschäftsführerin Marid Taubert. “Es waren die Künstler der Brücke, die den Holzschnitt als druckgrafisches Medium wieder belebten”. Wie weit dieser Startschuss mit dem expressiven Holzschnitt nachwirkt, zeigt sich an den Expressionisten der 2. Generation. Spannend zu sehen ist das in der Ausstellung der Galerie Tobien z. B. bei Conrad Felixmüller (1897-1977) und gerade auch am Werk Friedrich Karl Gotsch’s (1900-1984). Über dessen Leben und seine künstlerisch biografischen Etappen gab Dr. Ingo Borges vom Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf in seiner Eröffnungsrede einen Überblick.

Gut besucht, bei nettem Sektempfang und anregenden Gesprächen bot sich den Besuchern eine breite Sicht auf Gotsch’s Werk: denn neben Originalen aus dem Bestand der Gemeinde sind in der Ausstellung Leihgaben aus Privatbesitz und vom Landesmuseum Schloss Gottorf zu sehen.

Welch ein Pech, dass gleich zu Beginn dieser bemerkenswerten Ausstellung die Anfahrt teils durch Straßenarbeiten und Sperrungen behindert wurde. Bevor Sie sich auf den Weg machen, schauen Sie daher bitte unter www.galerie-tobien.de nach den aktuellen Öffnungszeiten und Anfahrtsmöglichkeiten. Der Weg lohnt!

 

Diese Ausstellung wird gefördert von der NOSPA Kulturstiftung Nordfriesland.
Abbildungsnachweis: Friedrich Karl Gotsch-Stiftung, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.