Ulrich Grimm
Geschichten eines Druckers
Ulrich Grimm
Geschichten eines Druckers
Ausstellungseröffnung am 15. März um 11 Uhr
Tag der Druckkunst
Ausstellung in Husum
15. März 2026 – 23. Mai 2026
15. März 2026 – 23. Mai 2026
Hinweis: Die Galerie St. Peter-Ording befindet sich vom 11.01. – 29.01.23 in der Winterpause.
Marc Alsterlind, Falko Behrendt, Joachim Böttcher, Feliks Büttner, Yves Charnay, Chu Teh-Chun, Tim Davis, Huong Dodinh, Andreas Dress, Jens Elgner, Max Grimm, Michael Heindorff, Veit Hofmann, Stefan Plenkers, Ren Rong, Arno Schmetjen, Frank Schult und Rainer Zille
Ulrich Grimm erlernte das Siebdruckhandwerk von Grund auf. In einer Zeit, in der künstlerisches Arbeiten in der DDR stark von staatlichen Strukturen geprägt war, gelang es ihm 1986 eine eigene Druckwerkstatt aufzubauen und sich zu einem gefragten Partner zahlreicher Künstlerinnen und Künstler zu entwickeln. Um damals künstlerisch tätig sein zu dürfen, war eine Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR unabdingbar. Keine einfache Sache, wie der Drucker, Verleger und Galerist uns bei der Eröffnung erläutern wird.
Die Druckgrafik besaß in der DDR einen besonders hohen Stellenwert. Eine ausgezeichnete druckgrafische Ausbildung sowie die Nutzung von professionellen Werkstätten, auch für Editionen in Kleinauflagen, ermöglichten eine weitgehend von der Zensur unbehelligte, eigenständige grafische Kunstszene. Mit dem politischen Umbruch und dem Übergang in die Marktwirtschaft stellte sich Ulrich Grimm den neuen Herausforderungen. Er spezialisierte sich auf die Herstellung von Originalgrafiken, Grafikmappen, Künstlerbüchern und Künstlerkalendern im Siebdruckverfahren. Um die Drucke besser vermarkten zu können, gründete er eine Galerie, die zu einem kulturellen Treffpunkt der Stadt Magdeburg geworden ist. Viele Künstlerinnen und Künstler hielten ihm über Jahrzehnte hinweg die Treue, neue, internationale Künstler kamen dazu.
Zu sehen sind unter anderem Werke von Veit Hofmann, Stefan Plenkers und Rainer Zille. Diese drei Freunde beeinflussten die sächsische Grafikszene maßgeblich.
Gemeinsam durchliefen sie ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, gemeinsam gründeten sie eine Galerie, gemeinsam traten sie eine Künstlerresidenz in Ohio, in der USA, an. Wie sehr sie sich gegenseitig beeinflussten, zeigt ihr Stil, der sich durch abstrahierte Formen und zeichenhafte Chiffren auszeichnet. Alle drei entwickelten ein persönliches symbolhaftes Signe, dass sie urheberrechtlich schützen ließen.
Auch die vietnamesisch-französische Künstlerin Huong Dodinh bewegt sich zwischen den Polen Abbild und Abstraktion. In dieser Ausstellung ist sie mit drei Grafiken vertreten, die die Wirkung von Luminanz und das Verhältnis von Flächen zu Linien ausloten. Der renommierte Erfinder des Kussmunds am Bug der AIDA, Joachim Büttner, ist mit farbenfrohen, ironisch humorvollen Motiven vertreten. Von Michael Heindorff, Professor am Londoner Royal College of Art, sind Blumenmotive mit leuchtenden Farben und wirbelnden Formen zu sehen. Natürlich darf auch Max Grimm, Sohn des Siebdruckers, nicht fehlen. Zusehen ist seine Husum-Edition.
Die Werkstatt von Ulrich Grimm steht beispielhaft für die Bedeutung der Druckgrafik als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Generationen, politischen Systemen und internationalen Kunstpositionen.
Besucherinnen und Besucher erwartet ein facettenreicher Einblick in die Kunst des Siebdrucks und in eine Werkstatt, die über Jahrzehnte hinweg zahlreiche künstlerische Handschriften mitgeprägt hat.