Mathias Meinel
und Björn Wirtz
Zwei Norddeutsche Realisten
Mathias Meinel und Björn Wirtz
Zwei Norddeutsche Realisten
Ausstellungseröffnung am 23. August um 11 Uhr
Ausstellung in Husum
23. August 2026 – 10. Oktober 2026
23. August 2026 – 10. Oktober 2026
Hinweis: Die Galerie St. Peter-Ording befindet sich vom 11.01. – 29.01.23 in der Winterpause.
Mathias Meinel und Björn Wirtz sind Mitglieder der Norddeutschen Realisten. Allen Mitgliedern der Gruppe ist die Liebe zum Malen vor der Natur gemein, sie malen plein air. Das direkte Malen vor dem Motiv entspricht dem Wunsch, in der Landschaftsmalerei des Realismus Licht und Atmosphäre so authentisch wie möglich einzufangen. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Künstlergruppe an den verschiedensten Orten zu Symposien, um diese Leidenschaft gemeinsam auszuüben. Die anschließenden Ausstellungen zeigen sehr deutlich die unterschiedlichen Vorlieben in der Umsetzung eines ähnlichen Motivs. Regelmäßig lädt die Gruppe gleichgesinnte Künstlerinnen und Künstler als Gast zu den Symposien ein, oft folgt danach die Mitgliedschaft.
So war es auch bei Mathias Meinel. Er nimmt erstmals 2018 an solch ein Symposium auf der Insel Föhr teil und wird ein Jahr später Mitglied der Norddeutschen Realisten. Das wichtigste Kriterium, um in die Gruppe der Norddeutschen Realisten aufgenommen zu werden, ist die „künstlerische Qualität und die Eigenständigkeit“, die sich in den Gemälden des Kunstschaffenden manifestiert.
Mathias Meinels Landschaftsmalerei zeichnet sich durch seine besondere Motivwahl und seinen besonderen Blick aus. Seine Farbpalette wird durch gedeckte Töne bestimmt. Die Motive zeigen Spuren der Landwirtschaft, er malt vom Regen übersättigte Pfützen, schwere Traktorfurchen, erdige Tümpel und Stoppelfelder. In ihnen spiegelt sich ein bewölkter Himmel, der zugleich eine Verheißung ist. Ob vom Künstler gewollt oder ungewollt, seine Bilder entfalten beim Betrachten durchaus eine psychologische Wirkung. Nicht nur offenbart sich in ansonsten unbeachteten Details eine verborgene Schönheit, auch gewährt uns die klare, blaue Spiegelung des Himmels in den Pfützen einer erdigen Landschaft einen Ausblick auf bessere Zeiten. Nie ist auf Mathias Meinels Bildern der Regen an sich zu sehen, nie ziehen Regentropfen gleichförmig ihre Kreise auf der Wasseroberfläche. Denn der reinigende Regen ist vorbei und wir können seine Gemälde mit wohlig angenehmen Gefühlen auf uns wirken lassen. Sie stoßen Erinnerungen an die Überwindung so manch einer „Schlechtwetterphase“ an.
Der fränkische Künstler Björn Wirtz stieß über Till Warwas zu den Norddeutschen Realisten. Er folgte der Einladung zu einem Symposium in die Bretagne und wurde 2024 Mitglied der Künstlergruppe. Während bei Mathias Meinel die „symbolische Deutbarkeit der Landschaft“ als Kennzeichen der Romantik sichtbar wird, ist es bei Björn Wirtz die romantische „Suche nach der Verbundenheit mit der Natur“ und sein Wunsch ihre „Anmut“ festzuhalten. Zeugnisse dieses Wunsches sind Darstellungen von Alleen und Wäldern, die durch Lichteinfall und Blätterbewegungen zu flimmern scheinen, Landschaften in der Mittagshitze und farbkräftige Stillleben mit Früchten. Björn Wirtz drückt beim Malen seine Sinneseindrücke aus. Er lässt sich von „Farbe, Form und Licht“ der Natur inspirieren und kreiert kein naturgetreues Abbild des Motivs. Dies ist die Herangehensweise eines impressionistischen Malers. Was macht ihn zu einem „Norddeutschen Realisten“? Der Begriff geht auf Helmut Sydow zurück, er benutzte ihn während einer Eröffnungsrede. Das verbindende Element der Gruppe ist das Malen vor der Natur. Mathias Meinel und Björn Wirtz geben nicht vor die Natur getreu abbilden zu wollen, sie treten vielmehr mit der Wirklichkeit in eine kreative Auseinandersetzung. Sie zeigen uns, wie sie die Welt sehen. Ihre Bilder berühren uns, der Zauber der Malerei offenbart sich, wir sehen mit anderen Augen und unsere eigene Erlebniswelt wird ein Stück reicher.